RheinTerrassenWeg Etappe Oppenheim-Nierstein: Mehr Stadt-Land-Fluss

Inhaltsverzeichnis

Die neue Etappe mit Sehenswürdigkeiten, Weinbergen und Rheinblick

Neue Route mit noch mehr Sehenswürdigkeiten

Reben-bewachsene Hügel, Blumen am Wegesrand, Weitblicke auf den Rhein: Die Etappe des RheinTerrassenWegs (RTW) zwischen Oppenheim und Nierstein beweist, wie schön die Landschaft unserer Region ist. Kulturell interessante Stopps bilden sozusagen die Sahnehäubchen – ein echtes Stadt-Land-Fluss. Noch mehr davon erschließt die neue RTW-Wegeführung bei Oppenheim. Diese führt nun direkt zu den Sehenswürdigkeiten der hübschen Stadt: die mächtige Katharinenkirche, das tiefe Keller-Labyrinth oder die schmucken Fachwerkhäuser. Marina Noble nimmt uns mit. Da sie und ihr Mann Rainer sich auch als Wegepaten für diese Strecke engagieren, gibt sie zudem Einblicke in ihre Aufgaben. Lest dafür auch die Kästen und erfahrt, warum sie sich manchmal ärgert.

Hauptweg führt nun direkt in die Oppenheimer Altstadt

An kulturellen Höhepunkten hat es der RTW-Etappe Oppenheim-Nierstein nie gemangelt. Manche erfahrenen Wanderer bezeichnen dieses Teilstück daher als das abwechslungsreichste des insgesamt rund 75 Kilometer langen Fernwanderwegs zwischen Mainz und Worms. Bisher musstet Ihr eine Extraschleife gehen, um auch Oppenheim „mitzunehmen“. Die alte Route führte oberhalb des Ortes in Richtung Nierstein. Nun gelangt Ihr auf dem offiziellen Hauptweg direkt in die Stadt und zu den Sehenswürdigkeiten. Von Süden kommend (also von Guntersblum/Dienheim) zeigt der Wegweiser auf einem Pfosten dafür nach rechts.

Apropos Pfosten … dass diese intakt sind und die daran befestigten Pfeile und Plaketten in die richtige Richtung zeigen, stellen ehrenamtliche Wegepaten sicher. Dies gilt für den RTW und auch die Hiwweltouren. Sich ständig verlaufen oder nach dem Weg suchen, macht wenig Spaß. Eine gute und vollständige Ausschilderung hilft, dies zu vermeiden. Wegepaten checken: Sind die Beschilderungen und Markierungen (auf Pfosten oder als Plaketten z.B. auf Laternenpfählen) noch vorhanden, korrekt, sauber und einsehbar? Unser Ziel: Der Weg soll für alle Wanderer gut beschildert, einladend und sicher sein!

Vorbei am Amtsgericht und durch das Gautor

Bald kommt das Alte Amtsgericht in Sicht. Früher wurden hier Urteile gefällt, heute beherbergt der imposante Bau ein empfehlenswertes Hotel. Dann lauft Ihr durch das quadratische Gautor, eines der wenigen erhaltenen Tore der alten Stadtmauer. Einst diente es als Gefängnis, heute wird es für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

Bald erreicht Ihr den Marktplatz mit seinen hübschen Fachwerkhäusern. Hier am Mittelpunkt der Stadt geht´s meist bunt und fröhlich zu. Am Samstag ist Markt. Auch wegen der vielfältigen Gastronomie – es gibt rheinhessische, italienische und indischen Spezialitäten, Tapas sowie ein Eiscafé – ist der Platz ein beliebter Rastpunkt. Den Ausschank am Rathaus bewirtschaften abwechselnd örtliche Winzer.

Belebter Marktplatz mit Fachwerkhäusern und Gastronomie in Oppenheim
Viel los am Marktplatz von Oppenheim

Schaut auf die Rathaus-Fassade für diese Besonderheiten: Die metallene Oppenheimer Elle, mit der einst Stoffe vermessen wurden. Und weiter oben: Kröten! Natürlich ebenfalls aus Metall. Die Tiere sind sozusagen das Maskottchen der Stadt, die für ihre Weinlage Krötenbrunnen bekannt ist. Am namensgebenden Brunnen seid Ihr auf der Etappe von Guntersblum nach Oppenheim vorbeikommen. Dort soll es früher viele Kröten gegeben haben.

Keller-Labyrinth und Katharinenkirche lohnen Stopps

Auf dem Weg hoch zur mächtigen Katharinenkirche zeigt eine Infotafel, was sich hier unsichtbar im Untergrund verbirgt: Ein weitverzweigtes, unterirdisches Keller-Labyrinth bis zu fünf Stockwerke tief. Tipp: Regelmäßig gibt es Führungen in die „Stadt unter der Stadt“ zum „Friedhof der Nachttöpfe“ oder dem „Schädelspalter“ (Tickets online  https://www.stadt-oppenheim.de/buchen oder an der Tourist-Info).

Fußweg zur gotischen Katharinenkirche in Oppenheim
Fußweg zur gotischen Katharinenkirche in Oppenheim

Einen Stopp lohnt auch die Katharinenkirche, der bedeutendste gotische Sakralbau zwischen Straßburger Münster und Kölner Dom. Seht Ihr von der Südseite aus auf dem Dach die Köpfe, die das Altern eines Mannes vom Jüngling bis zum Greis darstellen? Und darüber Rosen in Entwicklung von der Knospe zur Blüte? Hinter dem von verschiedenen Stilepochen – von romanisch bis spätgotisch – geprägten Gotteshaus gibt es eine echte Kuriosität: Die 20.000 Schädel im Gebeinhaus, dem größten seiner Art in Deutschland.

Etwas weiter ist in Stein gemeißelt, dass hier einst der Adel wohnte: Der Geschlechterbrunnen mit den Wappen der drei Adelsfamilien Dalberg, Falkensteiner und Gemminger. Über die Straße „Am Zuckerberg“ geht es nochmal – diesmal nördlich – an der Katharinenkirche vorbei. Der Name hat nichts mit Facebook zu tun 😊, vielmehr soll der oberhalb angebaute Wein früher besonders lieblich gewesen sein.

Historischer Geschlechterbrunnen mit Wappen der Adelsfamilien in Oppenheim
Geschlechterbrunnen - hier lebte einst der Adel

Über den Schlangenweg zur Burgruine

Den Treppenpfad von der Burgstraße hinauf zur Burgruine Landskron haben die Einheimischen „Schlangenweg“ getauft. Passt: Die Serpentinen winden sich wirklich wie eine Schlange durch das kleine Wäldchen mit dichtem Grün – ein bisschen Urwald-Feeling. Von den Überresten der Burganlage eröffnen sich eine Vogelperspektive über die Stadt sowie Weitblicke gen Süden und bis zum Odenwald.

Serpentinen des Schlangenwegs hinauf zur Burgruine Landskron
Serpentinen des Schlangenwegs hinauf zur Burgruine Landskron

Auch die Fernblicke auf der Höhe, wo der Weg jetzt durch die Weinberge führt, sind Augenweiden. Zunächst noch mit Blickrichtung Süden und Südosten Richtung Odenwald, bald nach Norden gen Nierstein. In beiden Richtungen ist der Rhein zu erkennen. Immer wieder schmücken – je nach Jahreszeit – blühende Rosen die Rebzeilen. Später stehen unterschiedliche Bäume Spalier – Spender haben die Pflanzen vor einigen finanziert.

Weitblick über Weinberge bis zum Odenwald entlang des RheinTerrassenWegs
Blick gen Südosten – Nebel vor dem Odenwald

Neue Rastplätze mit Bänken und Liegen

Neue Tische und Bänke sowie die für Rheinhessen typischen Liegen laden am Trutzturm zur Rast ein. Der Turm versteckt sich ein bisschen hinter Bäumen. Seine Antennen und Maste verraten, dass ihn die örtlichen Funkamateure nutzen. Hübsch die Geschichte zum Namen: Ein Winzer habe den Turm aus Freude über die Geburt seiner Tochter als Weinbergs-Häuschen errichtet. Allerdings soll er dort eine nicht genehmigte Rebsorte angebaut haben – aus „Trotz gegen die Behörden“, heißt es.

Rastplatz mit Bänken und Liegen am Trutzturm zwischen Weinbergen
Rastplatz am Trutzturm

Apropos Rastplatz … Die Wegepaten checken auch: In welchem Zustand sind die Bänke und Liegen? Sie beseitigen selbst kleine Schäden und melden, wenn größere Reparaturen notwendig sind. So können Fachleute damit beauftragt werden. Zudem reinigen sie Schilder oder schneiden Markierungen frei. Dafür ist eine Heckenschere dabei. Ebenso eine Tüte, um Getränkedosen, Verpackungen und anderen Müll einzusammeln.

Wegepate mit Heckenschere pflegt Wanderweg und Markierungen
Die Heckenschere ist dabei, um Markierungen freizulegen

Panoramablicke auf den Rhein und bunte Blumen

Ein weiterer Rastplatz kommt im neuen Kleid daher: Am Hummertal. Auf den Bänken und Liegen sitzt Ihr in erster Reihe für den Panoramablick gen Norden: Nierstein überragt von der Kilianskirche und rechts davon der Rhein liegen Euch zu Füßen. Oben auf der Höhe ragt der Wartturm empor und ganz in der Ferne ist Mainz zu erkennen.

Panoramablick auf Nierstein, Rhein und Weinberge in Rheinhessen
Panoramablick auf Nierstein und gen Norden

Vom Hummertal geht´s weiter bergab. Hier blühen besonders viele bunte Blumen, das gefällt auch den Insekten. Ein Hotel für sie ist in den Steingärten am Wegesrand aufgestellt. Rast mit Bewirtung gefällig? Dann ist kurz vor Nierstein das Weingut Raddeck eine empfehlenswerte Adresse. Auf der schönen Terrasse servieren die Winzer nicht nur Wein und alkoholfreie Getränke, sondern auch Köstlichkeiten wie Flammkuchen.

Bunte Wildblumen am Wegesrand des RheinTerrassenWegs
Blumenteppich am Wegesrand

Historisches in Nierstein und breite kulinarische Palette

Kulturell wieder besonders spannend wird es zum Etappen-Ende in Nierstein: Historische Wohnhäuser prägen den idyllischen Fronhof. Dort liegt er Eingang – ein Tor an einem wuchtigen Turm – zur evangelischen Martinskirche. Der liebevoll angelegte Garten schafft eine grüne Oase mitten im Ort. Ein Teil davon ist als Bibelgarten gestaltet. Alle seine Gewächse kommen in biblischen Texten vor, beispielsweise Feigen, Zedern und Weinreben.

Historisches Tor zur Martinskirche im Fronhof von Nierstein
Tor zur Martinskirche in Nierstein

Weiter am hübschen Marktplatz ist die Auswahl an guter Gastronomie wieder groß: Ein schnuckeliges Café, Weinstuben und Restaurants. Die kulinarische Palette reicht von rheinhessischen Spezialitäten über Burger und vegetarisch bis vietnamesisch. Bei schönem Wetter wird im Freien serviert. Einen Besuch wert ist auch das Fossilienmuseum, dessen „Zeitkapseln“ sonntags auf eine Reise mehr als 500 Millionen Jahren in die Vergangenheit mitnehmen.

Zu diesem Hauptweg führen gelb-markierte Zuwege von (und zu) den Bahnhöfen von Nierstein und Oppenheim. Also Auto stehen lassen und umweltfreundlich mit der Bahn anreisen.

Die Wegepaten-Aufgabe macht Spaß – meistens!
Auf den Checks zwei Mal pro Jahr lässt sich Bewegung in schöner Natur wunderbar mit einer sinnvollen Aufgabe verbinden. Ihr werdet feststellen: Ihr schaut noch genauer hin und nehmt Dinge wahr, an denen wir früher wahrscheinlich achtlos vorbeigelaufen wärt. Die Aufgabe macht Spaß! Ärgerlich sind nur: Fremde, schwer entfernbare Sticker, die Menschen (ohne Sinn und Verstand) über die RTW-Markierungen kleben und diese so verdecken. Solltet Ihr Leute beim „Wildkleben“ beobachten, sprecht sie bitte an!

Wegepate entfernt fremde Sticker, die eine Wanderweg-Markierung überkleben.
Ärgerlich: Fremde Sticker über der RTW-Markierung

Der RheinTerrassenWeg zwischen Mainz und Worms ist in acht Wegepatenschafts-Etappen eingeteilt. „Wir freuen uns immer, wenn Menschen uns bei der Pflege unterstützen. Insbesondere für die Etappe Osthofen-Mettenheim suchen wir noch engagierte Wege-Paten“, informiert Karin Kieltsch vom Tourismus Service Center Rhein-Selz.

Kontakt: Projektbüro RheinTerrassenWeg, c/o Verbandsgemeindeverwaltung Rhein-Selz, Stabsstelle Tourismus Service Center (TSC) Rhein-Selz, Alsheimer Straße 29, 67583 Guntersblum, E-Mail: tourismus@vg-rhein-selz.de, www.tourismus-rhein-selz.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Verfasst von:

Seit über 30 Jahren ist Rheinhessen meine Wahlheimat und ich, eine gebürtige Fränkin, lebe heute in der Oppenheimer Altstadt. Reisen zu nahen und fernen Zielen gehörten Jahrzehnte lang zu meinen Aufgaben als Inhaberin einer der erfolgreichsten touristischen PR-Agenturen Deutschlands. Nun im Ruhestand sind mein Mann und ich leidenschaftlich gern im schönen Rheinhessen unterwegs. Dabei engagieren wir uns z.B. für die Vogelbeobachtung oder als Wegepaten für den RheinTerassenWeg.

Unser Angebot

Ähnliche Beiträge ansehen

Melde dich für unseren Newsletter an