Mit dem Museumsdirektor auf Entdeckungstour – Alzey ganz persönlich

Inhaltsverzeichnis

Seit Anfang 2025 leitet der Wirtschaftsarchäologe Prof. Dr. Tim Kerig das Museum der Stadt Alzey. Durch seine bisherigen Stationen u.a. in Stuttgart, Köln, Dänemark, der Schweiz, den USA und England sowie Ausgrabungen in Ländern Mitteleuropas und im Irak bringt er viel Weitblick mit.

Der Leiter des Museums der Stadt Alzey, Prof. Dr. Tim Kerig, ist auf die Jungsteinzeit spezialisierter Wirtschaftsarchäologe. Durch seine bisherigen Stationen u.a. in Stuttgart, Köln, Dänemark, der Schweiz, den USA und England sowie Ausgrabungen in Ländern Mitteleuropas und im Irak bringt er viel Weitblick mit.
Prof. Dr. Tim Kerig - Leiter des Museums der Stadt Alzey (c) Museum der Stadt Alzey

Alzey - Charmant und l(i)ebenswert

Manche sagen: Heimliche Hauptstadt Rheinhessens. Auf jeden Fall ist Alzey eine charmante Stadt mit reicher Geschichte und Kultur. Der lebendige Mix aus Sehenswertem, Shopping, Einkehren, Events und Ausflugsmöglichkeiten macht sie so attraktiv. Dies begeistert auch Tim Kerig, der als Neubürger immer mehr Lieblingsplätze entdeckt: „Die Stadt ist freundlich und gastfreundlich. Sie hat ihren alten Ortskern und die kleinteilige Struktur bewahrt, gleichzeitig entwickelt sie sich mit viel bürgerlichem Engagement weiter.“

Entspannter Rossmarkt

Das Herz der Stadt pulsiert am zentralen Rossmarkt, den hübsche Fachwerkhäuser schmücken. Den Platz prägt ein Brunnen, der Volker von Alzey aus dem Nibelungenlied gewidmet ist. Die Wasser-Fontänen überragt lebensgroß und reiterlos das Bronzepferd Max.

Der Marktbrunnen am Rossmarkt in Alzey - mit dem Bronzepferd des Spielmanns Volker von Alzey
Der Marktbrunnen am Rossmarkt in Alzey - mit dem Bronzepferd des Spielmanns Volker von Alzey

Tim Kerig gefällt die Idee, dass Volker vom hohen Ross gestiegen ist: „So können die Kinder in den Sattel klettern. Es ist schön zuzuschauen, wie sie Spaß haben“.

Regionale und internationale Köstlichkeiten

Ob mitten im Geschehen oder etwas abseits – Tim Kerig hat schon festgestellt, dass das kulinarische Angebot zwischen Museum und Rossmarkt breit gefächert ist. Zuschauerplätze in erster Reihe am Volkerbrunnen bieten die Weinstube mit rheinhessischen Spezialitäten, die Weinbar mit internationalen Köstlichkeiten und das Eiscafé. Direkt am Museumsplatz schätzt Tim Kerig das Café Selzgold als Spezialisten für Kaffee. Ein kleiner Ausflug lohnt zur traditionsreichen Poppenschenke, wo es Leckeres aus eigener Schlachtung gibt.

Typische Weingastronomie mit schönem Innenhof: Die Poppenschenke in Alzey
Die Poppenschenke in Alzey (c) Dominik Ketz

Einkaufsvergnügen

Der Weg vom Museum in die Innenstadt führt über die belebte Fußgängerzone der Antoniterstraße – eine echte Shopping-Meile. In Alzey überleben viele individuelle, inhabergeführte Läden: für Bekleidung, Schuhe, Spielzeug und vieles mehr. Gern schaut der Museumsdirektor in der Buchhandlung Machwirth vorbei: „Wir organisieren zusammen auch Lesungen.“ Ein anderer Stopp sind die örtlichen Metzger: „Dort kann man mit Genuss in jede Wurst beißen, nicht nur in die Fleischwurst, die „Signature Sausage“ der Region“. 

Historische Entdeckungen

Eine schöne Spazierroute führt vom Rossmarkt durch die Torbögen zum Schloss. Im Innenhof laden die historischen Mauern und Bäume zum Entspannen ein. Durch idyllische Gassen geht es weiter zu Sehenswertem wie dem Renaissance-Rathaus mit Glockenspiel und dem Fischmarkt mit Undinen-Brunnen. Viel Flair versprühen auch die Überreste der Stadtmauer mit den restaurierten Türmen. Überall stehen Kunstwerke und Denkmäler, wie die Büste des Alzeyer Rebenzüchters Georg Scheu. Ihm sind Sorten wie Scheurebe oder Würzer zu verdanken.

Wein verkosten und schenken

Apropos Reben: „Bei den hervorragenden Weinen der Region sollte man einfach probieren, beispielsweise in den Rheinhessen-AUSGEZEICHNET Vinotheken im Weingut der Stadt Alzey oder im Weinhotel Kaisergarten, sagt Tim Kerig. Viele der fossilen Museumsstücke wurden in den Weinbergen gefunden. Gute Tropfen aus solchen Lagen verschenkt er daher umso lieber an Kollegen.

Vinothek Weingut der Stadt Alzey
Weinladen im Weinhotel Kaisergarten (c) Ullrich Knapp

Da Capo und Römerfest

Im bunten Veranstaltungskalender ist das alljährliche Da Capo-Openair-Festival mit Stars der Pop-, Jazz- und Rockszene ein Highlight. Tim Kerig berichtet: „Beim Da Capo im schönen Schlosshof war die Stimmung klasse“. Gespannt ist er auf das Römerfest, das alle zwei Jahre stattfindet und Aspekte des römischen Alltagslebens demonstriert. Zwischen den geraden Jahren mit Römerfest gibt es einen Römertag rund um das Museum. Da ging es zuletzt um römisches Essen und Trinken. Lehrreich-lecker.

Festval Da Capo in Alzey, Blick auf die Alzey Bühne
Festval Da Capo in Alzey im Schlosshof
Lebensart beim Weinfest "Scheu Time" in Alzey
Weinfest "Scheu Time" in Alzey (c) Annegret Hirschmann

Aktiv: Zeitreisen

In seiner Freizeit wandert Tim Kerig gerne in den Weinbergen und der nahen Rheinhessischen Schweiz. Besonders fasziniert ihn die Weinheimer Bucht – „eine Zeitreise in die erdgeschichtliche Vergangenheit“. Die ganze Region war vor 30 Millionen Jahren von einem Meer überflutet, daher sind noch heute Fossilien zu finden. Der Küstenweg Rheinhessen bietet dort entlang der ehemaligen Küste die seltene Gelegenheit weltweit bedeutende Naturdenkmäler zu erleben.

Küstenweg trifft Muscheln

Das Museum der Stadt Alzey: 300 Millionen Jahre Geschichte(n)

Der Eingang in das Museum der Stadt Alzey
Der Eingang in das Museum der Stadt Alzey

„Wir sind ein modernes Mehrspartenhaus mit Stücken aus 300 Millionen Jahre Geschichte, vielen Veranstaltungen, Sonderausstellungen und Führungen. Wir zeigen die regionale Geologie-Paläontologie, Ur- und Frühgeschichte, eine römische Abteilung sowie Volks- und Landeskunde“, fasst Prof. Dr. Tim Kerig zusammen. Manche der rheinhessischen Funde haben internationale Bedeutung.
Erotische Backmodel: Breit aufgestellt ist die volks- und landeskundliche Abteilung. Wie sah jüdischer Alltag aus? Welche Bedeutung hatte Volker von Alzey aus dem Nibelungenlied? Oder Backmodel, also Backformen, mit dezenten, erotischen Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert. Die Geräte, Geschirr, Kleidung zeigen, wie ähnlich oder wie anders der Alltag früher war – und schon immer im steten Wandel.
Mediterraner Luxus-Import: Zu den faszinierenden, keltischen Stücken zählen reich verzierte Waffen und Schmuck. Die Verflochtenheit der Welt schon damals zeigt die Wein-Amphore aus einem Keltengrab des 1. Jahrhunderts vor Christus. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum – ein „Luxusimport“.

Amphore aus einem Keltengrab des 1. Jahrhunderts vor Christus. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum - ein „Luxusimport“.
Die Amphore aus dem Mitttelmerraum (c) Museum der Stadt Alzey

Knuffige Seekühe: Diese Sympathieträger lebten einst in Rheinhessen. Das Museum dokumentiert sie im Verband: Die Funde, die Rekonstruktion des Skelettes und darüber eine „echte“ Seekuh, die Alzeyer Kinder gefertigt haben. „Wir machen Vergangenes lebendig“, unterstreicht Tim Kerig

Die Symbolfigur der Abteilung: die fossile Seekuh Elsa.
Die Symbolfigur der Abteilung: die fossile Seekuh Elsa. (c) Dominik Ketz
Sympathieträger aus dem Urmeer in Rheinhessen: Die Seekuh. Das Museum zeigt die Funde, die Rekonstruktion des Skelettes.
Sympathieträger aus dem Urmeer in Rheinhessen: Die Seekuh. (c) Museum der Stadt Alzey

Hingucker Steinhalle: Ihre skulpturale Architektur macht sie schon von außen zum Hingucker. Im Innern beheimatet sie eine beeindruckende Sammlung aus der Römer-Zeit wie Jupitersäulen und Viergöttersteine mit Venus, Minerva und Apollo.

Die neue moderne Steinhalle am Museum der Stadt Alzey

Informationen:

Tourist Information Alzeyer Land
Antoniterstraße 41
55232 Alzey
Tel: 06731 495 700
E-Mail: touristinfo@alzey.de
https://www.alzeyer-land.de 

 

Museum der Stadt Alzey
Antoniterstraße 41
55232 Alzey
Tel: 06731 495721
E-Mail: museum@alzey.de
http://www.museum-alzey.de

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Verfasst von:

Seit über 30 Jahren ist Rheinhessen meine Wahlheimat und ich, eine gebürtige Fränkin, lebe heute in der Oppenheimer Altstadt. Reisen zu nahen und fernen Zielen gehörten Jahrzehnte lang zu meinen Aufgaben als Inhaberin einer der erfolgreichsten touristischen PR-Agenturen Deutschlands. Nun im Ruhestand sind mein Mann und ich leidenschaftlich gern im schönen Rheinhessen unterwegs. Dabei engagieren wir uns z.B. für die Vogelbeobachtung oder als Wegepaten für den RheinTerassenWeg.

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