Der Best of Wine Tourism Award der Great Wine Capitals ist eine jährlich vergebene Auszeichnung des Great Wine Capitals Global Network. Einmal im Jahr treten Weinerzeuger, Unternehmen aus Tourismus, Gastronomie und Hotellerie der Mitgliedsregionen zum Wettbewerb an. Zunächst werden die Besten in einer Vorentscheidung auf nationaler Ebene ermittelt, danach stellen sich die Sieger dem internationalen Vergleich. In verschiedenen Kategorien – von „Kunst und Kultur“, „Gastgeber“ bis zu „nachhaltigem Weintourismus“ – werden jedes Jahr engagierte Akteure für ihre Spitzenleistungen ausgezeichnet.
Dinner for One in der Unterwelt
„The same procedure as every year, James!“ Dieser Satz aus dem Sketch Klassiker „Dinner for One“ wurde seit dem Valentinstag 2003 schon über ein tausendmal auf der kleinen Kellerbühne im Event Restaurant Völker rezitiert. Wechselnde Mundartschauspieler, wie zum Beispiel Hildegard Bachmann und Bernhard Mohr, spielen den beliebten Sketch zum Vergnügen des Publikums „uff rhoihessisch“.
„Über 80.000 Besucher hatten wir seitdem!“ erzählt Küchenchefin Ute Völker. In der ganz eigenen Atmosphäre des mehrstöckigen Kellerlabyrinths kommt das beliebte Theaterstück besonders zur Geltung. Durch uralte schmale Kellergänge gehen die Gäste die Stufen hinab in die Unterwelt: Neben dem städtischen, über 40 Kilometer langen „Oppenheimer Kellerlabyrinth“, ist der Privatkeller der Familie Völker ein besonderes Schmuckstück. Wem die Treppen zu steil sind, gelangt mit dem Aufzug nach unten ins Theater. Die Kombination von Kultur und Kulinarik kommt gut an: Viele Gäste haben die unterhaltsame Aufführung und anschließend das leckere Menü im Restaurant schon mehrfach genossen.
Die Entdeckung der Kellergewölbe
„Wir haben in Eigenarbeit viele der Kellerräume unter unserem Haus freigelegt.“ berichtet Josef Völker stolz. Dabei kamen nicht nur viele Weinregale zum Vorschein. Das Klostergewölbe ist das einzige seiner Art nördlich der Alpen – heute finden in dem unterirdischen Raum Trauungen statt. Teile der weitverzweigten Kelleranlage stammen aus dem 13. Jahrhundert, an anderen Stellen fand sich Mörtel aus der Römerzeit. Die faszinierende Kelleranlage bietet zudem einen Oberflächenbrunnen und Fundamente eines ehemaligen Holzturms. Im Fassweinkeller stehen Holzfässer mit holzgeschnitztem Boden, die 1956 auf dem zugefrorenen Rhein gebaut wurden.
Ein Besuch der verschlungenen Gänge lohnt sich – nach Anmeldung finden Führungen durch die historischen Kellerräume statt, auch in englisch und französisch.
Geburtshaus eines Stararchitekten
Nicht nur die Unterwelt ist geschichtsträchtig – auch das Haus Krämerstraße 7 ist ein historisch bedeutsamer Ort: Hier wurde am 26. Juni 1841 der Architekt Paul Wallot geboren. Er entwarf den vielbestaunten, 1894 fertiggestellten Berliner Reichstag. Erstmalig wurde in der eindrucksvollen Kuppel Glas und Eisen verbaut. Die Familie Völker organisierte eine Ausstellung über den berühmten Oppenheimer in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin und erinnert an den genialen Baumeister mit Fotos und einer Büste im Restaurant.
Der Vater von Josef Völker erwarb 1936 das Haus und betrieb hier ein Weingut mit Weinstube. Die Tochter von Josef Völker, Susanne Nett (geb. Völker), wurde 1998 zur Deutschen Weinkönigin gewählt und ist im SWR Fernsehen erfolgreich als Moderatorin der Serie „Rezeptsucherin“ zu sehen.
Weinrestaurant mit gehobener Küche
Das Weingut hat die Familie in den 90er Jahren aufgegeben – aus der Weinstube wurde ein Restaurant mit gehobener Gutsküche. „Ich bereite hier eine Premium-Hausmannskost zu.“ meint Küchenchefin Ute Völker bescheiden. Gratinierte Ziegenkäse auf geräuchertes Rote Bete Carpaccio, gebratener Seeteufel auf Kürbisgemüse mit Pak Choi oder Mousse au Chocolat mit Kumquatsorbet erinnern allerdings eher an Gourmetküche.
Weine von ausgewählten Weingütern aus Rheinhessen und der Pfalz begleiten die liebevoll zubereiteten Gerichte. Im Sommer genießen die Gäste die Außenplätze im Garten mitten in der Altstadt von Oppenheim.
Den Preis für den Great Wine Capitals Best of Wine Tourism Award 2026 in der Kategorie „Kunst und Kultur“ erhält das Restaurant Völker für „ein originelles Angebot mit einzigartigem Rheinhessen-Bezug“ – so das Urteil der Fachjury.



